
In jüngster Zeit wurde es üblich, den 14 klassischen Stationen eine 15. hinzuzufügen, welche der Auferstehung als Ziel im Zeichen der Hoffnung des Weges gewidmet ist. Auf den ersten Blick scheint diese in der Pfarrkirche St. Konrad zu fehlen. Doch der Schein trügt! Wer das Rund der Pfarrkirche mit den ausdrucksvollen Schnitzwerken abgeschritten hat, findet sich in unmittelbarer Nähe des gewaltigen Auferstandenen über dem Altarraum wieder. Auf einmalige Weise vermittelt so die Innenarchitektur, dass der Kreuzweg erst aus seinem Ziel der Auferstehung verständlich wird.
Und auch unterwegs finden sich Lichtblicke. Da sind Menschen wie die hl. Veronika, welche dem Herrn auf seinem Weg Zuwendung erfahren lassen. Auch die Gottesmutter ist ihrem Sohn in dieser schweren Stunde nahe – und doch scheint bei der Darstellung in St. Konrad auch der Sohn die Mutter zu trösten. Ähnlich kann man auch die Worte des Herrn an die weinenden Frauen am Wegesrand verstehen. Und so leuchten bereits auf diesem schweren Gang Zeichen der Auferstehung auf. Zu Beginn der Fastenzeit mag uns dies daran erinnern, dass wir auf das Ziel von Ostern zugehen. Wir dürfen es als Einladung verstehen, nach vorösterlichen Zeichen Ausschau zu halten.
Thomas Heilbrun, Pfarrer.